• „Zusammen lernen – Zusammen leben“ in Landeck

      Kinder haben unterschiedliche Interessen und Talente, Wünsche und Ideen. Herauszufinden, welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bildungskarriere erforderlich sind, ist eine große Aufgabe. Das Projekt „Zusammen lernen – Zusammen leben“ unterstützt Familien mit Migrationshintergrund in der Region Landeck bei der Orientierung im österreichischen Bildungssystem. Ziel ist es, den Zugang zu Bildung zu erleichtern und die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu fördern. In Beratungsgesprächen, Informationsveranstaltungen und Exkursionen haben Interessierte die Möglichkeit, all ihre Fragen zu stellen und somit Sicherheit zu gewinnen. Eltern wollen, dass ihre Kinder ein gutes Leben führen können. Sie wünschen ihnen Sicherheit, Erfolg und Zufriedenheit. Bildung ist ein wichtiger Schlüssel dafür! Lesen Sie mehr.

„Es geht um das Potenzial der Kinder“

Die Auftaktveranstaltung zum Projekt »Zusammen lernen – Zusammen leben« in Landeck am 16. Oktober 2019 mit rund 70 TeilnehmerInnen stand im Zeichen von Austausch, Diskussion und Perspektivenwechsel.


Bei den PädagogInnen aus der Region Landeck stieß die Veranstaltung auf reges Interesse, VertreterInnen der Kindergärten, Schulen sowie anderer (öffentlicher) Einrichtungen waren anwesend. Das große Interesse an der interkulturellen Zusammenarbeit im wichtigen Feld der Bildung freute die Veranstalter: „Wir wollen mit diesem Projekt die Kommunikation zwischen allen Beteiligten fördern. Dass heute so viele unserer Einladung zur Auftaktveranstaltung gefolgt sind, ist ein sehr schöner Beginn“, sagte Ovagem Agaidyan, der Vorsitzende des Verein Multikulturell. Er stellte gemeinsam mit Bernhard Frischmann von der Bildungsdirektion das Projekt »Zusammen lernen – Zusammen leben« vor und lud alle Anwesenden ein, sich einzubringen bzw. der Zielgruppe die Angebote näher zu bringen.

Beschämte Eltern
Der Soziologe Kenan Güngör ließ dann in seinem Vortrag mit sehr interessanten und teils überraschenden Überlegungen, Befunden und Hypothesen aufhorchen. Immer wieder höre er die Klage von PädagogInnen, dass Eltern mit Migrationshintergrund sich nicht für die Schule interessieren und weder zum Elternabend noch zu Sprechstunden kommen würden. „Wir müssen uns vor Augen halten, dass diese Menschen oft sehr beschämt sind, weil sie die Sprache unzureichend können und außerdem vielleicht selbst ein geringes Bildungsniveau haben“, wandte er ein. „Wenn sie dann außerdem spüren, dass die Schule mit ihnen nicht zufrieden ist, kann das zum völligen Rückzug führen.“ Menschen, die mit scheinbar einfachen Aufgaben überfordert sind, würden versuchen, dies zu verstecken, führte Kenan Güngör aus: „Und diese Überforderung kann bei einer Kleinigkeit wie der Einkaufsliste zum Schulbeginn schon beginnen. Das ist natürlich unangenehm für sie.“

Soziale Ungleichheiten überwinden
Der Soziologe warnte außerdem davor, den Migrationshintergrund als einzige Ursache für diverse Probleme zu sehen. Viel relevanter sei, welchen Bildungsstand die Eltern hätten – und das sei nicht anders als bei österreichischen Familien. „Es geht um das Potenzial der Kinder, und nicht um das der Eltern“ sagte Güngör und wies darauf hin, dass Kinder aus sozial schwachen Familien aber natürlich benachteiligt seien, weil sie erstens wenig Lernhilfe in der Familie bekommen könnten und zweitens das Geld für Nachhilfeunterricht fehle. Das Lernen müsse daher in der Schule stattfinden, nur so könne man soziale Ungleichheiten wirklich überwinden. Kinder mit Migrationshintergrund würden außerdem häufig die Erfahrung machen, dass man vor allem ihre Defizite wahrnimmt. „Dabei ist Mehrsprachigkeit etwas, was man durchaus schätzen könnte“, findet der Soziologe – auch wenn eine der Sprachen noch nicht so gut beherrscht wird. Wichtige Basis für jede Entwicklung sei eine von Wertschätzung geprägte Beziehung, „wenn es diese zwischen Lehrpersonen und Kindern gibt, verlieren manche Probleme an Bedeutung und die Kinder können ungeahnte Fortschritte machen, weil sie sich dabei wahrgenommen fühlen.“

In der anschließenden Diskussion sowie beim Buffet wurde lebendig diskutiert. Dazu soll es während der Projektlaufzeit bis Dezember 2021 noch viele weitere Gelegenheiten geben. Zum Beispiel beim Diversity-Training für Pädagoginnen und Pädagogen, das am 2. Dezember 2019 in Landeck stattfinden wird.

 

Weitere Informationen
Maria Pöll
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0512 562929 700

 

Zum Projekt

 

Das Projekt »Zusammen lernen – Zusammen leben« wird im Auftrag des Regionalmanagements RegioL vom Verein Multikulturell in Zusammenarbeit mit diversen Bildungsinstitutionen in der Stadt durchgeführt und vom Land Tirol mitfinanziert.

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