Compass

Compass – Der Weg zu Beruf & Bildung

Häufig haben benachteiligte Jugendliche keine über den Pflichtschulabschluss hinausgehende Ausbildung bzw. brechen die Weiterbildung überdurchschnittlich häufig wieder ab. Ziel ist es daher, adäquate Methoden zu entwickeln, die “Selbstbefähigung” der Jugendlichen erhöhen. Geeignete “career management skills” (Entscheidungsfähigkeit, Recherchefähigkeit, Ziele definieren u. verfolgen, Reflexionsfähigkeit) sollen Jugendliche dazu befähigen Grund-kompetenzen zu erwerben, die sie dabei unterstützen, ihre berufliche Laufbahn selbständig und eigenverantwortlich zu gestalten.

Herzstück des Projektes ist die innovative Methode des “urban race orienteering”: ein strukturierter Orientierungslauf durch Stadt/Gemeinde über mehrere Wochen. In Form einer “Schnitzeljagd” sollen Jugendliche Aufgaben und Anforderungen bewältigen, die mit ihrer möglichen beruflichen Laufbahn und / oder Aus- und Weiterbildung in Zusammenhang steht.

Das im Projekt aufgebaute Netzwerk aus KMU´s, öffentliche Einrichtungen, Weiterbildungsinstituten, Beratungseinrichtungen, dient als Grundlage für den Orientierungslauf.

Ergebnis ist eine übertragbare Methode, die einen neuen Zugang in der Bildungs- und Beruforientierung darstellt.

Ein Bündel von Maßnahmen für Jugendlichen sowie die breite Einbindung von Betrieben, Partnern wie die Arbeitsmarktvermittlungsstellen, Gemeinden und die Wirtschaftskammern, unterstützt die Implementierung der Produkte, die Sensibilisierung und fördert die Vernetzung der Akteure. Die Einbindung von assoziierten Partnern im Konsortium stellt ein Schlüsselelement bei der Schnittstelle im Übergang Schule-Ausbildung-Beruf dar.

Ziele
Ziel ist es, innovative Methoden zu entwickeln um Jugendliche mit ethnischem und Migrationshintergrund in ihrer Fähigkeit zur Planung der beruflichen Laufbahn in jedem Lebensabschnitt zu fördern. Die Vermittlung von “career management skills” sind Grundkompetenzen, die unverzichtbar für das Treffen von selbstverantwortlichen Bildungs- und Berufsentscheidungen sind. Diese Kompetenzen sind:

Die Fähigkeit zur Selbstreflexion (insbesondere von Fähigkeiten, Interessen, Leistungs-fähigkeit und Wünschen)
Entscheidungsfähigkeit (zur Gestaltung von Entscheidungsprozessen im Umgang mit mehr-dimensionalen Entscheidungsgrundlagen)
Informationsrecherche und -bewertung
Die Fähigkeit, eigene Ziele definieren und verfolgen zu können
Es geht darum, Maßnahmen der Berufs- und Bildungswegorientierung zu entwickeln, die Jugendliche unterstützen, die Entscheidung zu treffen, für den für sie richtigen Ausbildungsplatz und/oder Beruf.

Der Bedarf an neuen Methoden zur Orientierung in Bildung und Beruf für die Zielgruppen wird durch den erlebnispädagogischen sowie ganz basalen Ansatz gerecht. Die Einbindung eines breit angelegten Netzwerkes, in dem Betriebe (KMUs) eine gewichtige Rolle spielen, garantiert eine nachhaltige Strategie bzw. einen ganzheitlichen Ansatz, der das Konglomerat aus Hindernissen für geglückte Bildungs- und Berufsübergänge im Auge behält, durch konstante Sensibilisierung der Betriebe, Einbindung von strategischen Partnern und Schulung von Fachpersonal.

Das Projekt deckt den Bedarf nach “neuen didaktischen Ansätzen für Jugendliche bei negativer Vorerfahrung mit Schule und Lernen, was auf viele gering Qualifizierte zutrifft” und nach “Qualifizierungskonzepten mit modularem Aufbau, die eine Auswahl nach individuellem Bedarf ermöglichen und somit die Motivation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer heben” (AMS Studie “Jugendliche mit akutem Qualifikationsbedarf 2010-2018, Sept. 09) mit der Methode des “urban race orienteering” im eingebetteten Netzwerk.

Zielgruppen
Auswirkungenund Nachhaltigkeit: Primäre (kurzfristige) Zielgruppe sind Jugendliche mit Migrationshintergrund und ethnische Minderheiten von 15 bis 25 Jahre. Es handelt sich um Jugendliche, die maximal einen Pflichtschulabschluss haben, bzw. bildungsfern sind oder Gefahr laufen zu einer bildungsfernen Risikogruppe zu werden.

Weitere Zielgruppe sind die Eltern und Familienmitglieder der Jugendlichen. Über bestehende Elternnetzwerke, Sensibilisierung und Informationsgespräche sollen diese die Bildungs- und Berufsentscheidungen ihrer Kinder konstruktiv unterstützen und verstehen.

Eine dritte Zielgruppe sind die Betriebe (KMUs) sowie öffentliche Einrichtungen und Beratungseinrichtungen.

Erreichung der primären Zielgruppe / Jugendliche: Die Akquise der Jugendlichen erfolgt über mehrere Wege: ein breit angelegtes Netzwerk der einreichenden Partner steht im Vorfeld zur Verfügung: die Partner verfügen über Kontakte zu Betrieben und Vereinen von MigrantInnen und ethnischen Minderheiten. Bestehende Elternnetzwerke werden eingebunden, um die adoleszenten Kinder anzusprechen.

Weiters werden die Jugendlichen über Arbeitsmarktvermittlungsstellen, Schulen, Jugendzentren und Beratungsstellen für Jugendliche angesprochen und akquiriert. Eine entscheidende Rolle spielen hier die multiplen Systempartner. Gespräche mit BetreuerInnen und LehrerInnen der oben genannten Einrichtungen sowie Auswahlkriterien werden das Zusammenstellen der Jugendgruppen bestimmen.

Die Eltern und Familienmitglieder werden ebenfalls über (Kultur-)Vereine, Moscheen und bestehende Kontakte erreicht.

Langfristige Zielgruppen: Langfristige Zielgruppen sind GeschäftsführerInnen, BetriebsinhaberInnen, BeamtInnen in öffentlichen Einrichtungen und Personalverantwortliche, die über die Maßnahmen von “Compass” sensibilisiert worden sind und auch nach Ablauf des Projektes weiter über die Ergebnisse informiert werden.

Das geschaffene Netzwerk aus den oben genannten Personen und Einrichtungen soll mit dem Schneeballeffekt einen breiteren und offeneren Zugang für die Zielgruppe “benachteiligte Jugendliche” vorantreiben.

Die teilnehmenden Betriebe bzw. UnternehmerInnen werden über laufende Kooperationen von Berufsinfomessen angesprochen bzw. über die Wirtschaftskammern und/oder Industriellenkammer, Arbeitsmarktservicestellen eingebunden. Die Betriebe und Einrichtungen werden während des Projektes bereits eingebunden und zur aktiven Teilnahme animiert.

Weitere Zielgruppen, die nach Ende des Projekts erreicht werden, sind Coaches, MultiplikatorInnen, JugendarbeiterInnen und SozialarbeiterInnen, die die entwickelte innovative Methode der Bildungs- und Berufsorientierung umsetzen und weiterentwickeln.

Die Erreichung von im Jugendbereich tätigen Personen erfolgt durch Informationskampagnen, bestehende Kontakte und Netzwerke.

Zur Erreichung der Zielgruppen wird auch auf Kontakte und Kooperationen mit den Systempartner zurückgegriffen.

Projektwebseite: www.compass4youth.eu